
Fotos: Hans-Peter Schwöbel
Heute möchte ich für uns Chicorée präsentieren. Was wir zubereiten und essen, ist die Chicorée-Blüte, die aus der Chicorée-Wurzel wächst. Gerade ihre Bitterstoffe sind ein Genuss.
Die Bekömmlichkeit für unser Verdauungssystem ist erwiesen. Deshalb wässern wir das Gemüse nicht, wir brausen es nur kurz ab. Auch sein Herz wird nicht herausgeschnitten, sonst hätten wir nur die Blütenblätter. Wir schneiden die Blüten der Länge nach in zwei Hälften oder in vier Viertel, je nach Dicke des Gemüses. Manche Blüten sind länglich schlank, andere dick und rundlich. Vor allem müssen sie hell und bleich sein, sonst scheitern wir beim Geschmack. Wenn man dunkle Blätter entfernen müsste, wäre schon der Einkauf nicht ganz gelungen.
Die Qualität des Gemüses beeinflusst schon meine Kaufentscheidung: Ich schaue im Laden nach den Kartons mit dem Lichtschutzdeckel. Der hat die Aufgabe, den Chicorée vor dem Dunkelwerden zu schützen. Manche Kunden meinen wohl, es wäre vergessen worden, den Chicorée auszupacken. Nein! Er ist in der Lichtschutzbox, dass er nicht zu bitter und vor allem nicht braun oder schwarz wird. Man sieht oft Boxen, bei denen der Deckel offensteht, was dem Gemüse schadet. Schauen Sie also nach dem versteckten Chicorée, so bekommen Sie die beste und zuverlässigste Qualität!
Zutaten
4 bis 5 Chicorée, abhängig von Größe und Gewicht
Längs durchgeschnitten, kalt abgebraust, auf einem Durchschlag abgetropft
2 weiße Haushaltszwiebeln, grob gewürfelt
oder 3 Zwiebelschlotten, in Ringe geschnitten
frischer Oregano oder Majoran (getrocknet ist auch schmackhaft)
5 bis 6 Esslöffel Rapsöl
Salz
Zitronenpfeffer
Muskatnuss
Koriandersaat
Senfsaat
(Gewürzangaben nach Gusto)
120 g Räucherlachs in Fetzen gezupft
375 g gekochte Pasta (Fadennudeln, Spaghetti oder Bandnudeln)
2 Gläser Weißwein oder Wermut zum Benetzen des Kochgutes

Zubereitung
In einer großen Pfanne auf einer großen Herdplatte erhitze ich das Öl und die Zwiebeln. Wenn alles heiß und angegangen ist, gebe ich die Saaten hinein und dann die längs durchgeschnittenen Chicorée. Zum Arbeiten an der Pfanne nehme ich keine Suppenlöffel, wie es die Profis gerne im Fernsehen so stümperhaft vorführen, sondern immer zwei Spateln, mit denen ich wunderbar hantieren kann. Die Schnittseite des Gemüses brate ich zuerst an, aber nicht mit einer Hitze, dass die Küche brennt. Dann wende ich den Chicorée und brate die runde Seite an. Jeweils fünf Minuten reichen dafür. Nun kommen die restlichen Gewürze rein, dann kann der Deckel drauf. Je nach Wahl der Esser ist die Kochzeit zum Weichwerden oder zum al-dente-Werden zu beachten. Uns schmeckt das Gemüse am besten, wenn wir unsere Zähne noch benutzen dürfen. Man kann es aber auch weich werden lassen. Mit einer Fleischgabel prüfe ich die Konsistenz.

Ist alles gar, streue ich die Räucherlachsfetzen über das Gemüse und dann die gekochte Pasta. Ein passender Deckel sorgt für gleichmäßige Erwärmung der Speise und spart Energie. Nun servieren und genießen. Bitterstoffe sind gesund, man sollte sich daran gewöhnen und immer wieder selbstsicherer werden!
015-2023 Susannas Goschenwonnen
Mittwoch, 22.11.2023
